Mieterzufriedenheit: Auf diese 3 Aspekte sollten Vermieter achten

Jeder fünfte Deutsche ist so unzufrieden mit seiner Wohnung, dass er umziehen will. Das zeigt die repräsentative Studie „Wohnen und Leben 2016“ des Immobilienportals immowelt.de, für die im Februar 2016 bundesweit 1.000 volljährige Personen befragt wurden. Dabei hegen mit 26% deutlich mehr Mieter den Gedanken an einen Wohnungswechsel als Eigentümer (7%). Um unliebsame Kündigungen vorzubeugen und die Mieterzufriedenheit zu erhöhen, sollten Vermieter jetzt ändern, womit Mieter unzufrieden sind. Diese drei Aspekte sollten dabei in jedem Fall beachtet werden:

Prozentualer Anteil der Unzufriedenen

Mieterzufriedenheit

Quelle: immowelt-Studie „Wohnen und Leben 2016“

Aspekt 1: Energetischen Standard optimieren

Laut Studie stört den meisten Menschen der unzureichende energetische Standard ihrer Wohnung. Mit 38% steht dieser Aspekt auf dem ersten Platz und hat den größten Einfluss auf die Mieterzufriedenheit. Angesichts der immer weiter fortschreitenden Verknappung fossiler Brennstoffe wird die Energieversorgung immer kostspieliger. Eine energetische Sanierung ist daher aus ökologischen, aber auch wirtschaftlichen Gründen sinnvoll: Durch Dach- und Fassadendämmung, neue Fenster oder den Austausch der Heizung kann der Energiebedarf eines Gebäudes gezielt verringert werden. Eine energetische Sanierung senkt jedoch nicht nur die Heizkosten, sondern steigert auch den Wert der Immobilie.

Wer bislang aufgrund der hohen Investitionskosten vor einer energetischen Sanierung zurückgeschreckt ist, sollte die Möglichkeit einer KfW-Förderung für energieeffizientes Sanieren in Betracht ziehen. Zudem sind die Kosten für Sanierungsmaßnahmen in der Regel nach etwa acht bis 15 Jahren amortisiert und können auf die Miete umgelegt werden.

Laut Studie stört den meisten Menschen der unzureichende energetische Standard ihrer Wohnung. Klick um zu Tweeten

Aspekt 2: Höhe der Nebenkosten verringern

Der am zweithäufigsten genannte Kritikpunkt an der eigenen Wohnung betreffen die Nebenkosten: Wie die immowelt-Studie ergab, klagt mehr als ein Drittel der Deutschen (35%) über die Höhe der Zahlungen für Strom und Heizung. Das ist nicht weiter verwunderlich, scheinen die meisten Deutschen ebenfalls unzufrieden mit dem energetischen Standard ihrer Wohnung zu sein. Ineffiziente Heizungsanlagen und schlecht isolierte Fenster lassen den Energiebedarf einer Wohnung in die Höhe schnellen. Eine energetische Sanierung kann hilfreich sein, sind je nach Maßnahme Einsparungen der Heizkosten von 5% bis 20% möglich. Des Weiteren sollte der Mieter darüber aufgeklärt werden, wie er mit seinem eigenen Verhalten den Verbrauch von Wasser, Strom und Gas verringern kann. Tipps dazu bietet zum Beispiel das Umweltbundesamt auf ihrer Webseite.

Aspekt 3: Ausstattung der Wohnung verbessern

29% der Deutschen sind mit der Ausstattung ihrer Wohnung unzufrieden und ziehen deshalb einen Umzug in Betracht. Auch dieser dritte Punkt ist für die Mieterzufriedenheit sehr wichtig. Ob Küchenmobiliar, Fliesenspiegel im Bad oder Bodenbelag im Wohnzimmer – von Zeit zu Zeit lohnt es sich für den Vermieter, die Ausstattung der Mietwohnung zu modernisieren, um einen Wertverlust seiner Immobilie zu verhindern. Doch gibt es keine zeitliche Befristung oder einen Anspruch des Mieters auf Erneuerung der Ausstattung – so lange der Zustand bewohnbar ist. In der Regel dürfen solche Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten zudem nicht nach § 559 BGB auf den Mieter umgelegt werden. Das gilt auch für Schönheitsreparaturen, die immer wieder Gegenstand von Gerichtsverhandlungen sind. Mit diesem BGH-Urteil wurde jedoch endlich Klarheit geschaffen.

Wechselwillige Mieter führen weitere Gründe an

Für die Unzufriedenheit der Deutschen mit ihrer Wohnung bringt die immowelt-Studie weitere Gründe zum Vorschein. So ist rund jeder fünfte (21%) mit seinen Nachbarn unzufrieden, ebenso viele mit dem Preis der Wohnung. 17% der Deutschen sagt die Wohnungsgröße nicht zu, 13% sind unglücklich mit der Wohnlage. Das sind allerdings Gründe, die der Vermieter natürlich nicht sonderlich beeinflussen kann, um die Mieterzufriedenheit zu erhöhen.