Schwarmstädte: Die beliebtesten 30 Städte bei jungen Menschen

Die demografische Entwicklung in deutschen Wohnungsmärkten ist extrem unterschiedlich, wie zuletzt eine Studie von Prognos gezeigt hat, in der wir die 5 größten Demografie-Verlierer vorgestellt haben. Empirica hat nun Deutschlands Schwarmstädte unter die Lupe genommen.

Gleich und gleich gesellt sich gerne, heißt es. Dass das auch bei der Bevölkerungsverteilung in Deutschland zu beobachten ist, zeigt eine Studie von empirica. Demnach sind einige Städte für junge Menschen besonders attraktiv. Als sogenannte Schwarmstädte, in denen sich viele junge Menschen zusammenfinden, hat empirica nicht nur Metropolen identifiziert: Auch manche kleineren Städte üben auf junge Leute eine große Anziehungskraft aus.

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Trier, Halle, Rostock: Place-to-be für junge Leute

Der Studie zufolge ist München für junge Menschen am attraktivsten: In der Altersgruppe der 20- bis 34-Jährigen verzeichnet die Isar-Metropole ein besonders starkes Bevölkerungswachstum. Es folgen Leipzig, Frankfurt am Main, Heidelberg und Darmstadt. Was für viele eher überraschend sein dürfte: Im Ranking der Schwarmstädte finden sich auch Trier, Halle, Landshut, Rostock und Braunschweig. Zwar eher auf den hinteren Rängen, verzeichnen sie dennoch ein hohes Bevölkerungswachstum in der Gruppe der jungen Menschen.

Berlin ist bei den beliebtesten Städten unter jungen Menschen nur auf Platz 18. Und das, obwohl die Stadt als Eldorado für junge Leute gilt. In der Gruppe der 30- bis 34-jährigen genießt die Hauptstadt allerdings eine vergleichsweise hohe Attraktivität.

In diesen 30 Städten ist der Anteil an jungen Menschen in nur 5 Jahren explodiert

 RangStadtAnstieg Altersgruppe 20-34 Jährige in %
1.München336
2.Leipzig325
3.Frankfurt am Main325
4.Heidelberg287
5.Darmstadt287
6.Regensburg277
7.Dresden271
8.Karlsruhe271
9.Freiburg258
10.Stuttgart247
11.Düsseldorf242
12.Münster241
13.Köln236
14.Mainz235
15.Offenbach232
16.1Kiel231
17.Jena231
18.Berlin223
19.Braunschweig218
20.Mannheim213
21.Nürnberg211
22.Bonn210
23.Erlangen209
24.Hamburg209
25.Rostock207
26.Landshut206
27.Koblenz206
28.Augsburg205
29.Halle205
30.Trier203

Junge Menschen finden sich in Schwarmstädten zusammen

Als Grund für dieses Schwarmverhalten junger Menschen sieht emprica die Überalterung der Gesellschaft: Junge Leute sind eine Minderheit geworden, und Minderheiten finden sich zusammen. Zudem achten immer mehr Menschen bei der Wahl ihres Wohnortes auf ein attraktives Umfeld: Eine Rolle spielen empirica zufolge dabei Vitalität, Urbanität – und die Dichte der schon dort lebenden jungen Menschen. Das Schwarmverhalten ist somit selbstverstärkend: Wo schon viele junge Leute leben, kommen noch mehr.

Schwarmstädte: Mietwachstum und Wohnungsknappheit

Mit ihrer Studie zu Schwarmstädten erklären die Experten von empirica auch einen scheinbaren Widerspruch: Die Diskrepanz zwischen einer schrumpfenden Bevölkerung einerseits und steigenden Mieten und Wohnungsknappheit andererseits. Wie die Untersuchung zeigt, sortieren sich die Menschen in Deutschland regional neu. Sie folgen einem Schwarmverhalten, Minderheiten – und dazu können junge Leute mittlerweile gezählt werden – finden sich zusammen und konzentrieren sich auf die Schwarmstädte. Dadurch verlieren vor allem manche ländlichen Regionen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sehen die Experten von empirica die Politik am Zug. Städte, die derzeit nicht als Schwarmstädte gelten, sollten ihre Attraktivität für junge Menschen demnach mit gezielten Investitionen erhöhen. In den Schwarmstädten hingegen sollte die Politik höheren und steigenden Lebenshaltungskosten nicht entgegenwirken. Eine gleichmäßige Verteilung der Bevölkerung über Deutschland halten die Experten allerdings nicht für möglich.

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