Wohnen im Wohnhochhaus ist wieder gefragt

Das Wohnhochhaus durchlebt derzeit einen Imagewandel: Nachdem es lange als Sinnbild für soziale Brennpunkte und gescheiterte Stadtplanung galt, können sich aktuell wieder mehr Menschen vorstellen, in einem Wohnhochhaus zu leben. Das zeigt eine Auswertung von bulwiengesa im Auftrag von Pandion.

15 Prozent möchten im Wohnhochhaus wohnen

Um einen umfassenden, aktuellen Überblick zum Thema Wohnhochhaus in Deutschland zu erhalten, analysierten die Experten von bulwiengesa Literatur und Medienberichte. Sie ergänzten ihre Zusammenstellung mit den Ergebnissen der Studie „Wohnhochhaus Deutschland“ von OC&C Property Management und Sition vom Oktober 2015. Darin gaben 15 Prozent der Befragten an, dass sie gerne oder sehr gerne in einem Hochhaus wohnen würden.

Wohnpräferenzen*

*Zusammenfassung der Antwortmöglichkeiten ”Sehr gern” und ”Gern". Quelle: Sition und OC&C (2015): Grundlagenstudie "Wohnhochhaus Deutschland", Seite 27

*Zusammenfassung der Antwortmöglichkeiten ”Sehr gern” und ”Gern“. Quelle: Sition und OC&C (2015): Grundlagenstudie „Wohnhochhaus Deutschland“, Seite 27

Die Befragung ergibt weiter, dass viele Teilnehmer den Bau von neuen Wohnhochhäusern befürworten würden. Rund 25 Prozent der Befragten bewerteten es als positiv oder sehr positiv, wenn mehr Wohntürme gebaut würden. Rund 30 Prozent halten dies immerhin für eher positiv.

Wunsch nach Wohnen in der Stadt

Die Renaissance des Wohnhochhauses wird von einer Entwicklung besonders gestützt: Wie bulwiengesa in seiner Auswertung bekannt gibt, wollen immer mehr Menschen auf die Vorteile des Lebens in der Stadt nicht verzichten. Doch freie Baugrundstücke sind vor allem in den Metropolen rar und kostspielig. Erst kürzlich hat eine Studie prognostiziert, dass bis 2020 etwa 2,5 Millionen neue Wohnungen benötigt werden. Wohnhochhäuser gewinnen als Alternative zum Mehrfamilienhaus vor allem in den Städten an Bedeutung.

Wohnhochhäuser: Deutschlandweit 79 Projekte in Planung oder Bau

Dass Wohntürme immer attraktiver werden, lässt sich auch an den aktuellen Bauprojekten ablesen. So befinden sich derzeit vor allem in den Metropolen viele Wohnhochhaus-Projekte in der Planung oder im Bau. Diese entstehen meist in zentralen Lagen und richten sich an zahlungskräftige Kunden.

bulwiengesa zufolge entstehen in den deutschen A- und B-Städten im Zeitraum zwischen 2010 und 2018 insgesamt 79 Wohnhochhäuser. Diese umfassen rund 9.800 Wohnungen. 93 Prozent der Einheiten werden in den A-Städten gebaut, das entspricht einer Wohnfläche von rund 800.000 Quadratmetern.

5 Prozent der Befragten geben an, dass sie gerne oder sehr gerne in einem Hochhaus wohnen würden. Klick um zu Tweeten

Berlin ist Wohnhochhaus-Hauptstadt

Aufgrund der hohen Baukosten gehen Experten davon aus, so bulwiengesa, dass in den genannten Projekten größtenteils hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Knapp die Hälfte der Projekte besteht ausschließlich aus Eigentumswohnungen, rund 37 Prozent nur aus Mietwohnungen. Die meisten Wohnhochhausprojekte und -wohnungen werden in Berlin realisiert. Hier befinden sich 19 der 79 Projekte. In Frankfurt am Main entstehen 16, in Hamburg und München jeweils elf.