Wohnungsmarkt Deutschland: 5 Regionen, in die Sie auf keinen Fall investieren sollten

In Deutschland herrscht in vielen Metropolen akuter Wohnraummangel. 2,5 Millionen neue Wohnungen werden laut einer Studie der Universität Freiburg bis 2020 benötigt. Scheinbar hervorragende Bedingungen für Vermieter. Wer jedoch in Deutschland vermieten möchte, muss in Zukunft noch stärker als heute darauf achten, wo er investiert. Denn die regionalen Unterschiede bei der Nachfrage am Wohnungsmarkt in Deutschland nehmen langfristig weiter zu. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „Wohnen 2045“, die das Wirtschaftsinstitut Prognos jüngst veröffentlichte. Für die Studie untersuchte Prognos im Auftrag von Allianz Leben, wie sich Bevölkerung und Wohnungsbedarf bis 2045 entwickeln. Die Forscher stellten fest, dass die Märkte in den nächsten 30 Jahren noch weiter auseinanderdriften werden. Während in beliebten Metropolen wie München, Berlin und Stuttgart weiterhin mehrere tausend Wohnungen fehlen, droht in anderen Gegenden der Leerstand. Demnach hat die Immobilienwirtschaft je nach Stadt und Region mit sehr unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen.

Wohnungsmarkt 2045: Das sind die 5 größten Verlierer-Regionen Deutschlands

wohnungsmarkt 2045

Quelle: Prognos

Wohnungsmarkt Deutschland: Der Druck in den schon angespannten Regionalmärkten verstärkt sich

Sowohl die Zuwanderung nach Deutschland als auch das Umzugsverhalten der Deutschen selbst bewirken, dass insbesondere Groß- und Universitätsstädte Bevölkerungszuwächse zu verzeichnen haben. Bis 2045 wird sich die Zahl der Haushalte in Städten mit angespannten Wohnungsmärkten weiter positiv entwickeln. Zu den Regionen mit den höchsten Zuwächsen zählen München und das bayerische Oberland mit jeweils 35 Prozent, Ingolstadt mit 34 Prozent sowie die Region am südlichen Oberrhein mit 32 Prozent. Das führt dazu, dass die Wohnungsnachfrage das Angebot in den Großstädten bei Weitem übersteigt. In den Top-10-Regionen fehlen laut Prognos bis ins Jahr 2030 insgesamt etwa 940.000 Wohnungen – die meisten in der Hauptstadt Berlin mit 173.000 Wohnungen. Dahinter folgen die Regionen München und Rhein-Main mit 158.000 beziehungsweise 155.000 fehlenden Wohnungen. Aber auch Stuttgart und Hamburg ächzen unter einer kontinuierlich steigenden Wohnungsnachfrage. Entsprechend dürften die Preise in den genannten Städten und Regionen weiter anziehen.

Strukturschwache Regionen holen nicht auf

Die Prognos-Studie zeigt ebenfalls, welche Kommunen und Städte in Zukunft mit einem starken Rückgang der Wohnungsnachfrage zu rechnen haben. So wird die Zahl der Haushalte in der Region Sachsen-Bitterfeld-Wittenberg bis 2045 um 24 Prozent zurückgehen. Für die Region Südsachsen errechneten die Experten einen Schwund von Haushalten um 19 Prozent, für die Region Mecklenburgische Seenplatte um 18 Prozent. Insgesamt ziehen nur noch wenige Menschen in strukturschwache Regionen. In der Folge ist damit zu rechnen, dass bis 2045 in weiten Teilen Deutschlands (53 Prozent) das Wohnungsangebot die Nachfrage übersteigt.

In den Top-10-Regionen fehlen laut Prognos bis ins Jahr 2030 insgesamt etwa 940.000 Wohnungen. Klick um zu Tweeten

Bis 2045 nur jede zehnte Region mit ausgeglichenem Wohnungsmarkt

Die hohe Wohnungsnachfrage in den Städten auf der einen Seite, das Überangebot in strukturschwachen Regionen auf der anderen Seite – insgesamt wird in Deutschland nach Angaben der Autoren nur jede zehnte Region einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt haben. Wobei die Experten eine Verteilung von 1.030 Wohnungen auf 1.000 Haushalte als ausgeglichenen Markt definieren. Um Lösungen für das Ungleichgewicht auf den Wohnungsmärkten zu finden, empfehlen die Experten über Stadtgrenzen hinwegzuschauen. Großstädte werden mehr und mehr miteinander verschmelzen und die Zahl der Fernpendler zunehmen. Zu guter Letzt ist es aber der Neubau, der langfristig zur Entspannung führen wird, so die Autoren. Vor allem die zehn Regionen, in denen die Nachfrage am Wohnungsmarkt in Deutschland am höchsten ist, sollten ihre Bautätigkeit massiv steigern.